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Wappenforschung
                                                                           Das keltische Erbe in unseren Wappensymbolen

Das Wappen der Stadt Erding

Die Stadt Erding besitzt ein sehr altes Wappen. Bereits um 1301 ist das Wappensymbol auf einem Siegel der Stadt zu sehen. Der schräg liegende eiserne Pflugschuh (Pflugeisen) in Silber steht auf blauem Grund und ist bereits in der Wappensammlung von Apian enthalten. In meinen Forschungen konnte ich nachweisen, dass der Name dieses Pflugeisen aus keltischer Zeit stammt und unter dem Namen “Ard”  bis in die jüngste Zeit noch allgemein bekannt war. Der Ard repräsentiert den Namen der Stadt Arding, damit ist ein phonetischer Gleichklang zwischen dem Symbol und dem Namen der altbayerischen Herzogsstadt hergestellt. Erding besitzt somit ein “redendes” Wappen.

Meine Forschungen zum Erdinger Stadtwappen:
Hans Bauer: “Ard” für Arding. Keltisches Erbe im Wappen der Stadt Erding. Erding 2001
  (Siehe Publikationen / Aufsätze)

Heutiges Wappen der Stadt Erding

Ein alter Haken-Ard (Arl) aus keltischer Zeit

Stelzradpflug  nach einer mittelalterlichen Handschrift
(nach K. D. White)

Das Wappen des Marktes Isen, Landkreis Erding

Erdinger Stadtwappen aus dem 19. Jahrhundert

“Eine in rot gekleidete, golden gekrönte Meerjungfrau, die mit den Händen die beiden Fischschwänze empor hält.” (Wappenbeschreibung)
Isen war früher Hauptort der Herrschaft Burgrain des Hochstifts Freising. Der Ort erhielt das Wappen anno 1548 anlässlich der Verleihung eines Marktprivilegs.
Auch hier konnte ich nachweisen, dass es sich bei dem Wappensymbol nicht um eine “Meerjungfrau”, sondern um eine jener in vorchristlicher Zeit verehrten Quell- und Wassergottheiten handelt, deren Namen offensichtlich noch im 16. Jahrhundert noch allgemein bekannt war und die mangels anderer Attribute symbolisch mit einer Krone dargestellt wurde. Der Name dieser Flussgöttin entspricht lautlich dem Namen des Ortes am gleichnamigen Fluss. Isen besitzt somit ebenfalls ein “redendes” Wappen.
 
Auf die Spur dieser mythologischen Figur stieß ich im Schloss Tirol. Am Eingangsportal zur Kapelle befindet sich eine Skulptur aus der Zeit des 12. Jahrhunderts, die ebenfalls eine Frauengestalt darstellt, die mit den Händen ihre beiden Fischschwänze nach oben hält. Sie repräsentiert eine jener heidnischen Gottheiten, denen das Christentum den Kampf angesagt hatte.

Der Ortsname Isens taucht erstmals als römische Straßenstation Isinisca bzw. Isunisca in den römischen Reiseverzeichnissen der Tabula Peutingeriana und des Itinerarium Antonini auf. Die keltischen Wörter “isa”/Wasser bzw. Flussgöttin und “niska”/Quelle bezeichnen den Ort am Oberlauf des gleichnamigen Flusses.

Heutiges Ortswappen des Marktes Isen a. d. Isen

Das Wappen von Isen im Wappenbrief von 1554

Skulptur am Eingangsportal zur Kapelle im Schloss Tirol (12. Jh.)

Frankreich (12. Jahrhundert)

Meine Forschungen zum Isener Wappen:
Hans Bauer: Das Wappen von Isen. Erding 2005 (Siehe Publikationen / Aufsätze)

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